Sonderaustellungen 2005
18. September 2005 bis 4. Dezember 2005
Das richtige Buch. Johannes Gachnang
als Verleger

1939 in Zürich geboren, arbeitete Johannes Gachnang zwischen
den Jahren 1958 bis 1967 bei verschiedenen Architekten in Zürich,
Paris und Berlin – hier bei Hans Scharoun. Später war er als
Künstler in Istanbul, Rom und Amsterdam tätig. 1974 wurde er
Direktor der Kunsthalle Bern, die er bis 1982 leitete. Als Kurator war
er maßgeblich an Ausstellungen wie „documenta 7“ (Kassel 1982),
„Rekonstruktion der Stadt“ (IBA / Berlin 1984) oder „Bilderstreit“
(Köln 1989) beteiligt. 1983 gründete Johannes Gachnang
zusammen mit dem Berliner Kunsthändler Rudolf Springer (dem ersten
Kunsthändler Gerhard Altenbourgs) den Verlag Gachnang &
Springer mit Sitz in Bern. Seine ebenso schönen wie
unkonventionellen Bücher nehmen Traditionen der Moderne auf und
bilden zugleich philosophische Denkräume für die Kunst der
Gegenwart.
Ausgerichtet vom Museum für Angewandte Kunst in Frankfurt am Main
(dort vom 19. Mai bis 17. Juli), wird die Ausstellung in mehreren
europäischen Metropolen und in Altenburg gezeigt werden.
Verlag
Gachnang & Springer
11. September 2005 bis 27. November 2005
PRO LINDENAU



Im vergangenen Herbst rief der Vorstand des Förderkreises „Freunde
des Lindenau-Museums“ e.V. Freunde und Förderer dieses
renommierten Hauses zu einer außergewöhnlichen Aktion auf.
Man wollte versuchen, den immer geringer werdenden Ankaufsetat des
Museums zu erweitern, indem im Rahmen eines Benifizabends die
Gäste gebeten werden sollten, den Ankauf von Kunstwerken zugunsten
des Museums zu unterstützen. Der Erfolg dieses Abends
übertraf alle Erwartungen. Viele Graphiken, Zeichnungen und
Bücher im Wert von 18.000 Euro wurde von Einzelpersonen und
Institutionen erworben und sind in den Bestand des Museums
übergegangen. Aufmerksam gemacht durch diesen ungewöhnlichen
Schritt, schenkten zudem einige der dem Museum besonders verbundenen
Künstler dem Haus Arbeiten. Eine Ausstellung mit dem Titel der
Aktion „PRO LINDENAU“ wird vom 11. September bis zum 2. Oktober dieses
Jahres all diese Kunstwerke präsentieren, darunter Lithographien
von Gerhard Altenbourg, Zeichnungen von Georg Baselitz, Radierungen von
Markus Raetz, Radierungen und Lithographien von Rolf Münzner,
Holzschnitte von Stefan Knechtel, eine Mappe mit 9 Arbeiten von
Charlotte Berend-Corinth und Federzeichnungen von Hans Körnig.
Auch in diesem Jahr will der Förderkreis „Freunde des
Lindenau-Museums e.V.“ wieder zu einer Aktion zugunsten des Museums
einladen. Die Initiatoren hoffen natürlich, dass sich wieder viele
Altenburger Bürger für das Lindenau-Museum engagieren.
Musikalisch begleitet wird der Abend in diesem Jahr durch Pascal von
Wroblewsky.
18. Juni 2005 bis 28. August 2005
Pol Cassel (1892–1945): Ein Dresdner Maler der klassischen Moderne



Von Dresden gingen zu Beginn des Jahrhunderts neue Impulse für die
Kunst aus, und für kurze Zeit schien es, als könnte sich dort
eine Dependance der internationalen Moderne etablieren. Die
Aufbruchstimmung nach dem ersten Weltkrieg wurde von der nächsten
Generation bestimmt; zu ihr gehörte Pol Cassel. Das Werk des
Dresdner Malers und Graphikers entzog sich lange dem Überblick.
Jetzt liegt die erste umfassende Publikation über den
Künstler vor, und zum ersten Mal wird das Werk in einem Umfang
präsentiert, dass der Betrachter sein Bild von der Qualität
und der Vielgestaltigkeit der Dresdner Kunstszene präzisieren und
um überraschende Aspekte bereichern kann. Die Ausstellung, vom
Stadtmuseum Pirna ausgerichtet, wurde von Franz-Carl Diegelmann,
Zürich, kuratiert, dessen Magisterarbeit über Pol Cassel die
Grundlage auch für den Katalog bildete.
7. Juli 2005 bis 31. Juli 2005
IM KABINETT:
Moritz Götze: Der Prinzenraub. Siebdrucke

Schon einmal hat Moritz Götze, geboren 1964, mit dem
Lindenau-Museum Prinzenrauben gespielt, 1992. Damals waren eine
großformatige Graphikmappe und ein Heftchen entstanden, Malereien
und ein Kartenspiel, eine märchenhafte wie
fröhlich-parodistische Installation und andernorts ein Comic zum
Thema. Jetzt, zum 550. Jubiläum des auf dem Altenburger
Schloß an den beiden wettinischen Prinzen Ernst und Albrecht
verübten berühmten Kidnappings, präsentiert das
Lindenau-Museum die farbschwelgerischen und mit bunten Ornamenten
versetzten erzählfreudigen Siebdrucke aus der Mappe erneut.
8. Mai 2005 bis 3. Juli 2005
Wolfram Adalbert Scheffler




Der 1956 geborene Künstler stellt sich im Lindenau-Museum mit
einer Werkschau vor: Neben einem Rückblick auf das Frühwerk
legt die Ausstellung den Schwerpunkt auf im letzten Jahrzehnt
entstandene Arbeiten. 1987 schrieb Eckhart Gillen über Scheffler:
„Der Künstler als melancholischer Dandy auf der Suche nach
Extravaganz ist die eleganteste, sublimste Form des Protestes
(Elisabeth Lenk) gegen die Normalität des alltäglichen
Zynismus“. Das gilt heute noch, wenn auch in zurückgezogenerer,
geheimerer Weise – was sich ausdrückt in der Zeichnung, der
Malerei, den Künstlerbüchern, den Raumarbeiten. Die
unerschiedlichen Mittel resultieren aus unterschiedlichen
Erfahrungsebenen. Insbesondere die direkten und radikalen Zeichnungen
spiegeln Schefflers existentialistische Haltung wider, in der Leben und
Kunst einander durchdringen.
Zur Finissage der Ausstellung am 2. Juli erscheint ein die Ausstellung
begleitender und dokumentierender Katalog.
www.wolfram-adalbert-scheffler.de
21. März 2005 bis 4. Juni 2005
Im Museo di San Marco, Florenz: Präsentation von 26
florentinischen Tafeln des
14. und 15. Jahrhunderts aus der Sammlung des Lindenau-Museums




Unter der Leitung von Professor Miklós Boskovits arbeiten seit
Jahren junge italienische und deutsche Kunsthistoriker in Florenz an
einem neuen Bestandsverzeichnis der Sammlung frühitalienischer
Malerei im Lindenau-Museum. Ihre Forschungen werden unterstützt
durch die Thyssen-Stiftung. Anläßlich der Präsentation
des ersten Bandes (er erscheint beim Verlag Giunti, Florenz,
zunächst nur in italienischer Sprache), in dem die 55
florentinischen Tafeln vorgestellt und durch wissenschaftliche
Textbeiträge in die gegenwärtige internationale
kunsthistorische Diskussion eingeführt werden, stellt das
Lindenau-Museum in einer Ausstellung im Museo di San Marco in Florenz
26 Tafelbilder aus dem florentinischen Komplex vor. Für das
folgende Jahr ist die Herausgabe des zweiten Bandes, der sienesischen
Tafeln, vorgesehen und für 2007 die der umbrischen.
Während der Abwesenheit der 26 Tafelbilder haben die Besucher
Gelegenheit, Einblick in die Kunstbibliothek Bernhard August von
Lindenaus zum Thema italienische Malerei zu nehmen.
27. Februar 2005 bis 1. Mai 2005
Matthias Hoch: Fotografie und Video



Fassaden, Parkdecks, funktionale Konstruktionen: Die Fotografien von
Matthias Hoch entstehen an Orten zeitgenössischer Urbanität.
In klaren Kompositionen zeigen seine Arbeiten die Werkstoffe der
Moderne in ihrer spröden Sinnlichkeit. Oberflächengenau und
präzise werden die Dinge ins Format gesetzt und wirken doch oft
durch die Wahl von Maßstab und Perspektive irritierend
uneindeutig und rätselhaft. Ausgehend von den sich rasant
verändernden urbanen Landschaften im Osten Deutschlands erforscht
der 1958 geborene Fotograf seit seinem Studium an der Leipziger
Kunsthochschule die Formensprache der modernen Stadtentwicklung in
Europa. Die gezeigten Ausschnitte scheinen unverortbar; sie
dokumentieren Hochs kritische Analyse des uns umgebenden Raums und
entfalten dabei eine bemerkenswerte skulpturale Qualität und
Präsenz. (Aus dem Verlagsprospekt 2005 von Hatje-Cantz) Der
Katalog erscheint zur Finissage am 1. Mai 2005.
Weitere Stationen: Kunstverein Heilbronn, Goethe-Institut Rom und
Ludwig Forum für Internationale Kunst Aachen.
21. November 2004 bis 20. Februar 2005
Gerhard-Altenbourg-Preis 2004
Markus Raetz: NO W HERE



Im November 2004 wurde zum vierten Male der alle zwei Jahre vergebene
Gerhard-Altenbourg-Preis verliehen. Zum Preisträger ernannte das
Kuratorium den 1941 in Büren an der Aare, Schweiz, geborenen
Markus Raetz. Die Ausstellung wurde von dem Schweizer Künstler,
Publizisten und Verleger Johannes Gachnang und von Jutta Penndorf,
Direktorin des Lindenau-Museums, kuratiert. Mit dem mehrfachen
documenta-Teilnehmer Raetz wurde einer der wichtigsten Künstler
der Schweiz geehrt, dessen Werke in vielen nationalen und
internationalen Ausstellungen zu sehen waren. Ihm geht es vor allem um
Prozesse der Wahrnehmung, um die Vieldeutigkeit von Zeichen, um die
Spannung zwischen Denken und Sehen – um die Vorführung des
kreativen Aktes der Wahrnehmung selbst, in dem das Eindeutige
mehrdeutig erscheint. Dieses bewußte Schauen kennzeichnet auch
das Werk Gerhard Altenbourgs (1926–1989).
Die bisherigen Preisträger waren Carlfriedrich
Claus, Walter
Libuda und Roman Opalka.