Sonderaustellungen 2008

Im Kabinett:
6. Dezember bis 8. Februar 2009
Bernhard von Lindenau-Stipendium 2006
Aymeric Fouquez
Fotografie




Der 1974 geborene französische Fotograf studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Nach seinem Diplom bei Timm Rautert erhielt er 2006 das erstmals vergebene Bernhard von Lindenau Stipendium. Die Fotografien von Aymeric Fouquez zeigen den Wandel – das Verknüpfen von Vergangenheit und Gegenwart, das, wie er sagt, eine Art „geographisches Gefühl“ (Michel Chailloux) der Geschichte stifte.


8. November bis 2. Februar 2009
Altenburger Bilder von Alfred Ahner, Heinrich Burkhardt, Erich Dietz und  Keramiken von Erhard Goschala

Alfred Ahner (1890-1973); Grube „Bismarck“ bei Zipsendorf; Aquarell, Tempera über schwarze Kreide, 1920Heinrich Burkhardt (1904-1985); Blick auf das Altenburger Schloß mit „Flasche“; Aquarell, 1945Heinrich Burkhardt (1904-1985); TVW Rositz; 1949Erich Dietz (1903-1990); Landschaft bei Altenburg; Öl auf Leinwand, 1966

Für Alfred Ahner (1890–1973) blieb sein Geburtsort Wintersdorf, ein Bergarbeiterdorf bei Altenburg, häufig besuchter Widerpart zu Weimar, wo er seit 1922 lebte. Sein Werk steht zwischen nachimpressionistischen Landschaften, expressiven Momentaufnahmen und sich der Neuen Sachlichkeit annähernden sozialkritischen Szenen und Porträts. Heinrich Burkhardt (1904–1983) lehrte seit 1951 in Berlin. 1945 war er aus dem zerstörten Dresden zurück nach Altenburg gekehrt und bemüht, die Lindenausche Kunstschule wieder aufleben zu lassen. In diesen Jahren entstand ein reiches Werk: eine Chronik der historischen Ereignisse, voller Teilnahme am Geschick der Menschen und zugleich die Schönheiten der Region feiernd. Erich Dietz (1903–1990), in Zipsendorf geboren, ging 1925 zum Studium nach Weimar und sah dort noch die Relikte des gerade vertriebenen Bauhauses. Er war ein Meister im Auffinden von landschaftlichen Enklaven im Altenburger Braunkohlerevier. Im Werk dieses Malers, Graphikers und Bildhauers begegnen sich ein expressiver, der Natur nachgehender Realismus und abstraktes Formenspiel.
Der Keramiker Erhard Goschala (1928-2003) hatte bereits kurz nach seiner Meisterprüfung 1952
eine eigene Werkstatt in Meuselwitz gegründet. Seine Gefäße mit ihren außergewöhnlichen  Glasuren
fanden schon vor Jahrzehnten Anerkennung im Kunsthandwerk und bestechen noch heute durch ihre
Schlichtheit und Vielfalt.

7. September bis 2. November
Maix Mayer. Plateau
Film, Fotografie, Architektur
Maix MayerMaix MayerMaix MayerMaix Mayer

Die Ausstellung "Plateau" zeigt neue Arbeiten des Leipziger Medienkünstlers zu Architektur und Urbanität weltweit. Eine zentrale Position bildet die Skulptur "cineplastique le.", die nach einem zwanzig Leipziger Architekten vorgelegten Fragebogen zu Architektur / Film / Kino entwickelt wurde. Sie nimmt spannungsvollen Bezug auf die im gegenüberliegenden Saal präsentierte Abguss-Sammlung des Museums und wird umgeben von Fotos aus Leipzig, Halle-Neustadt und nach Bauwerken von Ulrich Müther.
Im zweiten Ausstellungsteil bildet ein Tableau aus über 100 kleinformatigen Fotos in der Anordnung einer rhizomatischen Grafik ein narratives Gewebe: Erstmals werden Produktionsfotos von realisierten und unrealisierten Filmen sowie Recherchematerial der letzten beiden Jahre zusammengeführt, bilden typologische urbane Ordnungen und vielfältige Erzählungsstränge und korrespondieren mit der filmischen Mehrkanalarbeit "PEAK" über asiatische Megastädte.

21. Juni bis 31. August
Aus den Sammlungen
Malerei, Graphik, Plastik des 20. Jahrhunderts

21. Juni bis 20. Juli
Im Kabinett:
Gretel Haas-Gerber. Südliches Licht.
Zeichnungen und Aquarelle. In Kooperation mit der Städtischen Galerie der Partnerstadt Offenburg


In Kooperation mit der Städtischen Galerie der Partnerstadt Offenburg eröffnet das Lindenau-Museum Altenburg in der diesjährigen Museumsnacht, am 21. Juni 2008, unter dem Titel „Südliches Licht. Zeichnungen und Aquarelle der Offenburger Künstlerin Gretel Haas-Gerber (1903-1998)" eine Kabinett-Ausstellung.Während ihrer vielen Reisen hat die Offenburger Künstlerin immer wieder am Ort mit Feder, Pinsel, Kreide oder Bleistift ihre Landschaftseindrücke teils skizzenartig, teils bildmäßig auskomponiert umgesetzt. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Blätter, die sie Ende der sechziger Jahre in der Türkei und in den neunziger Jahren bei wiederholten Aufenthalten in Südfrankreich geschaffen hat. In den Aquarellen, die in der Türkei entstanden sind, spürt Gretel Haas-Gerber den flirrenden Modulationen des Lichtes nach; hingegen zeugen die späten Bleistiftzeichnungen aus Südfrankreich vom gesteigerten Interesse der Künstlerin an der Übertragung der geschauten Natur in eine reduzierte, graphische Struktur. Ergänzt werden diese Blätter durch Arbeiten, die auf häufigen Reisen in Deutschland oder der Schweiz entstanden sind. Frühe Porträtzeichnungen und einige Holzschnitte aus den zwanziger Jahren runden die Präsentation im Lindenau-Museum ab. Nach 1989 wird somit zum zweiten Mal in Altenburg die Gelegenheit geboten, sich mit dem Schaffen von Gretel Haas-Gerber auseinanderzusetzen.

3. März bis 6. Juli
In der Galerie frühitalienischer Meister
Restaurierte Werke:
Giovanni Santi "Maria mit dem Kind, der hl. Sebastian und eine betende Hirtin".
Präsentation des mit Unterstützung des Förderkreises der Kulturstiftung der Länder restaurierten Gemäldes und Dokumentation der Restaurierung

6. April bis 8. Juni
Heinrich Zille. Kinder der Straße.
Zeichnung, Grafik, Fotografie
Eine Ausstellung zum 150. Geburtstag des Künstlers in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste und der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

Heinrich Zilles Werk zählt zu den bekanntesten Unbekannten der Berliner Kunst. Zwar ist es in zahllosen Bildbänden präsent, aber nur selten war es in Ausstellungen zu sehen. Zille ist im Bewusstsein vieler Menschen als abgestandene Berlin-Folklore vom „Vater Zille“ präsent. Doch er hat nichts weniger verdient als das.
Diese Ausstellung wirft vor dem Hintergrund der sozialen Fragen der postindustriellen Gesellschaft und ihrer aktuellen Diskurse über die wachsende Armut und den gefährdeten Zusammenhalt der Gemeinschaft einen neuen Blick auf sein Werk. Sie zeigt erstmals Fotografien, Zeichnungen und Druckgrafiken im Zusammenhang.
1907 musste Zille den Schritt in eine freie Künstlerexistenz wagen. Im Jahr darauf veröffentlichte er sein Buch „Kinder der Straße“, das dieser Ausstellung den Titel gibt. Er ist nicht motivisch, sondern als Metapher zu verstehen für die Heimatlosen und Ausgegrenzten im Berlin um 1900, einer rasant wachsenden Stadt mit enormen sozialen Verwerfungen.
In der Zeit der Weimarer Republik wurde Zille zu einer unumstößlichen Instanz, man machte ihn aber auch zu einem Markenzeichen für das sogenannte „Milljöh“.
Zille engagierte sich, wo er konnte, in sozialen Fragen, er unterstützte soziale und politische Initiativen, ohne sich jedoch einer Partei anzuschließen. 1924 wurde er auf Betreiben Max Liebermanns zum Mitglied der Preußischen Akademie der Künste berufen.
Zu den Sammlungsschwerpunkten des Lindenau-Museums gehört die Kunst der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Das Museum empfängt die von der Akademie der Künste in Zusammenarbeit mit der Stiftung Stadtmuseum ausgerichtete Ausstellung mit einer Präsentation des eigenen Bestands an Gemälden, Plastiken, Grafiken, die in Beziehung tritt zu Zilles Werk und vor der seine Eigenart sich deutlich abzeichnet.

28. Februar bis 20. April
PRO LINDENAU
Rückblick und Ausblick

19. April
PRO LINDENAU
Eine mäzenatische Aktion des Förderkreises "Freunde des Lindenau-Museums"
Näheres zur Veranstaltung und den Kunstwerken unter "Aktuelles" und "Förderkreis".

1. März bis 25. März
Aus den Sammlungen I
Malerei, Graphik, Plastik des 20. Jahrhunderts


Ausstellungen an anderen Orten

15. März bis 30. Juni
Santa Maria della Scala in Siena/Italien
Präsentation von 32 italienischen Tafeln des 13. bis 16. Jahrhunderts aus dem Lindenau-Museum


23. Februar bis 20. April
Kunstmuseum Olten
Altenburg, Teil I
Graphik des 20. Jahrhunderts aus den Sammlungen des Lindenau-Museums

Im Kunstmuseum Olten, der Partnerstadt Altenburgs in der Schweiz,  ist derzeit eine Ausstellung mit dem Titel „Altenburg, Teil I“ zu sehen. Eröffnet worden ist sie Ende Februar von den beiden Museumsdirektorinnen Patricia Nussbaum (Kunstmuseum Olten) und Jutta Penndorf (Lindenau-Museum Altenburg). Ganz schweizerisch war in der Einladung der folgende kleine Text zu lesen: „Das Lindenau-Museum in Oltens Partnerstadt Altenburg hat neben anderen Schwerpunkten eine hervorragende Sammlung von figurativer und sozial engagierter Graphik und Malerei vom Expressionismus über die DDR-Zeit bis heute. Aus diesem Fundus zeigen wir einige happige Müsterchen.“
Präsentiert wird in Olten vor allem deutsche Graphik der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, so eine gewichtige Auswahl von Blättern Conrad Felixmüllers. Das Lindenau-Museum Altenburg besitzt nach Berlin und Düsseldorf die größte Kollektion von druckgraphischen Blättern Conrad Felixmüllers. Um dessen Arbeiten gruppieren sich Druckgraphiken insbesondere von Dresdner Künstlern der zwanziger Jahre, so von Otto Dix, dem in Altenburg geborenen Walter Jacob, Peter August Böckstiegel oder Bernhard Kretzschmar und Otto Lange. 
Großformatige farbige Arbeiten auf Papier von Wolfgang Mattheuer stellen sammlungsgeschichtlich die Verbindung zu einer Auswahl an Arbeiten von Gerhard Altenbourg, Carlfriedrich Claus und Wilhelm Müller her.
Eine wunderbare partnerschaftliche Geste war der spontane Entschluss eines Olteners, die Ausstellung durch Arbeiten Gerhard Altenbourgs aus der eigenen Sammlung zu bereichern. Peter André Bloch, Professor für Philosophie an der Universität Mulhouse und Mitglied des Stiftungsrates des Nietzsche Hauses in Sils-Maria, kannte den Künstler seit den sechziger Jahren und trug Arbeiten Altenbourgs insbesondere zu literarischen Themen zusammen.
Der Ausstellungstitel „Altenburg, Teil I“ kündigt den geplanten zweiten Teil bereits an. Dieser wird Anfang des Jahres 2009 realisiert mit einer signifikanten Auswahl der in Altenburg kürzlich gezeigten Fotografien, Gemälden und  Installationen aus der Sonderausstellung „Altenburg: Provinz in Europa“.


Weitere Kunstereignisse

13. März bis 16. März
Das Lindenau-Museum präsentiert sich auf der Leipziger Buchmesse

17./18. Mai
Internationaler Museumstag
17. Mai:
16 und 18 Uhr Führungen durch die Ausstellung "Heinrich Zille. Kinder der Straße."
20 Uhr Chansonabend mit Evelin Förster "Zilles Berlin in Lied und Texten"




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