2021

Noch bis 14. November 2021: Ruth Wolf-Rehfeldt - Gerhard-Altenbourg-Preis 2021

Der Herbst dieses Jahres steht im Lindenau-Museum ganz im Zeichen der Altenbourg-Preisträgerin Ruth Wolf-Rehfeldt. Sie wurde am 25. September 2021 mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis, dem bedeutendsten Kunstpreis Thüringens, ausgezeichnet. Ihre Retrospektive ist noch bis zum 14. November 2021 im Prinzenplais des Residenzschlosses Altenburg zu sehen.

Die Berliner Künstlerin begann in den 1970er-Jahren, mit ihrer Schreibmaschine Zeichen und Buchstaben auf Papier zu Bildern zu verdichten. Diese Schreibmaschinengrafiken (Typewritings) bilden den Kern ihres künstlerischen Werkes und werden heute international hoch geschätzt. Zunächst entstanden aus einzelnen Wörtern visuelle Gedichte, später löste sie sich von der Bedeutung der Buchstaben und schuf abstrakte Formen als Sinnträger.

Im Überwachungsstaat der DDR bildete die scheinbar unverdächtige Arbeit an der Schreibmaschine für die gelernte Bürokraft Wolf-Rehfeldt eine Möglichkeit freien künstlerischen Schaffens. Mit druckgrafisch hergestellten Editionen der Typewritings, die sie als Mail Art weltweit versendete, überstieg sie den engen Horizont ihrer Ost-Berliner Existenz. Witz, Ironie und ein ausgeprägter spielerischer Sinn waren ihre Begleiter bei der Gestaltung der Typewritings und Collagen, die nicht selten als Kommentare auf die Zeit zu verstehen sind und ein Manifest geistiger Freiheit in der DDR darstellen.

Wolf-Rehfeldt stellte nach dem Fall der Berliner Mauer ihre künstlerische Arbeit ein. Seit 2012 erlebt die 1932 im sächsischen Wurzen geborene Künstlerin eine Wiederentdeckung. Wolf-Rehfeldt wird für ihr Lebenswerk mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis 2021 des Lindenau-Museums Altenburg ausgezeichnet. Die Ausstellung, zu der ein Katalog erscheint, dokumentiert mit den Typewritings, den Collagen, der Mail Art und den Gemälden das gesamte Spektrum ihres Schaffens.

Ruth Wolf-Rehfeldt reiht sich mit der Auszeichung in eine Liste von Künstlern wie Roman Opalka, Cy Twombly, Michael Morgner oder zuletzt herman de vries ein. Der Preis ist mit insgesamt 50.000 Euro dotiert, davon gehen 10.000 Euro als Preisgeld an die Künstlerin.

Laufzeit: 26.09.-14.11.2021
Öffnungszeiten: Di-So 12-17 Uhr
Eintritt: frei

Hinweis: Die Ausstellung findet im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg (Schloss 2-4 | 04600 Altenburg) statt und ist leider nicht barrierefrei zugänglich.

Bis 14. November 2021 in den Kunstsammlungen Chemnitz: Kooperationsausstellung "Nähe und Distanz. Carlfriedrich Claus und Gerhard Altenbourg im Dialog"

Die Beziehung zwischen Carlfriedrich Claus und Gerhard Altenbourg beruhte weniger auf einer persönlichen Affinität füreinander als auf dem eigenständigen Agieren im selben kulturellen Milieu. Persönlich begegneten sie sich erstmals 1961 in der Galerie Schüler in West-Berlin. Doch schon in den Jahren nach 1945 beschäftigten sich beide mit der Kunst der Avantgarden – vor allem mit Surrealismus, Dadaismus und Futurismus – und adaptierten deren Konzepte wie den Automatismus oder die Intermedialität.

Sowohl die subtilen Zeichnungen und Grafiken von Altenbourg als auch die Sprachblätter von Claus passten nicht in das starre Muster des normativen DDR-Realismus. Stattdessen genossen beide Künstler früh eine internationale Aufmerksamkeit, was wiederum Repressionen in der DDR auslöste und das solidarische, aber auch kritische Verhältnis zueinander erklärt. Zum ersten Mal wird die Beziehung dieser beiden Künstler der DDR in einer großen Ausstellung gewürdigt.

Kunstsammlungen Chemnitz
Theaterplatz 1
09111 Chemnitz

Di, Do–So, Feiertag 11–18 Uhr
Mi 14–21 Uhr

www.kunstsammlungen-chemnitz.de

Ort: Kunstsammlungen Chemnitz