Ein ganz besonderes Möbelstück

Sienesische Werkstatt, Cassone mit sechs Bildfeldern, um 1420.

Die Dauerausstellung der frühen italienischen Malerei wird nun durch einen außergewöhnlichen Neuzugang bereichert: dem seltenen Exemplar eines vollständig erhaltenen Cassone, einer seit dem späten 14. Jahrhundert in Mode kommenden Hochzeitstruhe.
Das Holzmöbel zeigt an der Schauseite eine aufwendige Dekoration. Auf sechs Feldern sind zu beiden Seiten je eine Gruppe mit Wappentieren, ein Leopard auf einer Hirschkuh und eine Kampfszene wiedergegeben. Bei letzterer ist eine kniende, nackte menschliche Figur auf dem Rücken eines Leoparden auszumachen, die dem Tier mit einem Schwert den Hals durchbohrt. Vier der vergoldeten Reliefs sind mit Schriftrollen versehen, deren Inhalt nicht mehr zu entschlüsseln ist. Zwischen den Szenen wurden geschnitzte Felder mit stark aus der Fläche hervortretenden Reliefköpfen gesetzt, die in eine Bogenarchitektur mit gotischem Maßwerk integriert sind. An den Seiten stehen Säulen mit spiralförmig umlaufenden Bändern. Nach oben und unten wird die Schauseite von Bordüren mit insgesamt zwölf Genien abgeschlossen, die florale Ornamente halten.

Die Hochzeitstruhe ist eine Dauerleihgabe der Bundesrepublik Deutschland an das Lindenau-Museum Altenburg.

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