Frisch restauriert: Gherardo Starninas „Kampf orientalischer Reiter“

Gherardo Starnina, Kampf orientalischer Reiter, 1400-1405, Tempera auf Pappelholz, 54 x 113 cm.

In seinen berühmten Lebensbeschreibungen der wichtigsten bildenden Künstler Italiens bezeichnete Giorgio Vasari den Maler Gherardo Starnina als „angesehen und überaus berühmt in seiner Heimat und in der Fremde“. Die „Fremde“ war in Starninas Fall die iberische Halbinsel, wo der gefragte Künstler an den Höfen von Toledo und Valencia wirkte, ehe er zu Beginn des 15. Jahrhunderts in seine Heimatstadt Florenz zurückkehrte. Dort gab er Malern wie Lorenzo Monaco oder Masaccio wichtige Impulse. Das Lindenau-Museum besitzt eine Tafel Starninas, die einst die Front eines Cassone – einer italienischen Hochzeitstruhe – gebildet hat. Darauf zu sehen ist ein Gefecht zwischen in der Art der Mauren gekleideten Reitern.

Anlässlich der vor Kurzem abgeschlossenen Restaurierung dieser außergewöhnlichen Tafel fand am 15. September ein wissenschaftliches Kolloquium statt. Dieses diskutierte nicht nur die neuesten Forschungsergebnisse zur Entstehungsgeschichte der Tafel. Es unternahm auch den Versuch, den dargestellten Kampf aus dem Kontext der Zeit um 1400 heraus zu deuten. Ein Bulletin dokumentiert mit mehreren Aufsätzen die aufschlussreichen Ergebnisse von Restaurierung und Forschung.

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