Das Leitbild des Lindenau-Museums Altenburg

Woher wir kommen
Das Lindenau-Museum wurde 1848 von dem Politiker, Astronomen und Kunstsammler Bernhard August von Lindenau (1779-1854) gegründet. Auf ihn gehen die historischen Sammlungen zurück, die er zusammentrug, um den Kunstsinn der Bürger seiner Heimatstadt anzuregen und jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, sich an den großen Werken der Weltkunst zu bilden. Lindenau verlieh dem Museum ein betont bildungsorientiertes Profil, indem er dem Museum eine Kunstschule angliederte, die sogar drei Monate vor dem Museum eröffnet wurde.
In seinem Testament verfügte Lindenau den Bau eines neuen Museumsgebäudes am Fuße des Schlossparks, das 1876 vollendet wurde, die Unveräußerlichkeit der Sammlung und die Gebundenheit an die Stadt. Nach 1945 wurde durch zielstrebige, konsequente Museumsarbeit und den Wiederaufbau der Kunstschule an das mit den Idealen der Aufklärung verbundene Vermächtnis Lindenaus angeknüpft und durch Sammlungserweiterungen der Bogen in die Gegenwart gespannt.
2001 wurde das Lindenau-Museum in das „Blaubuch“ der national bedeutsamen Kultureinrichtungen, der „Kulturellen Leuchttürme“, aufgenommen und ist seither Mitglied in der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen.

Wer wir sind
Das Lindenau-Museum ist ein Kunstmuseum von internationalem Rang, das sich der Bewahrung, Sammlung, Erforschung und Vermittlung von Werken von der Antike bis zur Gegenwart verschrieben hat. Die Zusammensetzung seines qualitätvollen Bestandes ist einzigartig. Neben einer umfangreichen Antikensammlung, Gipsabgüssen, Architekturmodellen, der berühmten Sammlung von 180 Tafelbildern der italienischen Frührenaissance und einer historischen Kunstbibliothek bewahrt das Museum Gemälde, Plastik und Grafik vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Die produktive Verbindung „alter“ und „neuer“ Kunst zeichnet das Lindenau-Museum aus. In Zusammenarbeit mit der dem Museum assoziierten Stiftung Gerhard Altenbourg gehört dazu die Erforschung und Verbreitung des Werkes von Gerhard Altenbourg, einem der bedeutendsten deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts.
Das Lindenau-Museum orientiert sich an den Aufgaben, die der Internationale Museumsrat (ICOM) formuliert hat. In diesem Sinne entwickelt es ein flexibles, sich ständig erneuerndes Programm, das auf Veränderungen in der Gesellschaft reagiert, die Besonderheiten der Sammlungen ausbaut, nachvollziehbar erleben lässt und als Teil des kulturellen Gedächtnisses ins öffentliche Bewusstsein bringt.

 
Zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Geschichte gehören auch die Erforschung der Herkunft der eigenen Sammlung und die unbedingte Bereitschaft, möglicherweise unrechtmäßig in die Sammlung gelangtes Kunstgut an die rechtmäßigen Eigentümer zurückzuerstatten.
Das Museum sieht sich als Ort des gesellschaftlichen Dialogs, der Inklusion und der Toleranz. In einem lebendigen vorurteilsfreien Miteinander wendet es sich an alle Altersstufen und gesellschaftlichen Gruppen.
Dies wird auch durch Ausstellungen und die vielfältigen Angebote der Kunstvermittlung deutlich, die den Gedanken Lindenaus von der Verbindung von Museum und Kunsterziehung aufgreift und gemeinsam mit der Kunstschule, dem Studio Bildende Kunst, realisiert.
Das Lindenau-Museum versteht sich als Teil eines großen kulturellen Netzwerkes, unterhält Partnerschaften mit befreundeten Kultureinrichtungen in nächster Nähe und in weiter Ferne und arbeitet intensiv mit seinen Förderkreisen, Stiftern und Sponsoren zusammen. Mit dem Gerhard-Altenbourg-Preis setzt es sich für die Förderung von Kunst der Gegenwart ein, mit dem Bernhard-von-Lindenau-Preis engagiert es sich für junge Künstlerinnen und Künstler.

Wohin wir wollen
Der Freistaat Thüringen und der Landkreis Altenburger Land planen mit kräftiger Unterstützung der Bundesrepublik Deutschland auf Grundlage der vom Lindenau-Museum erarbeiteten Neukonzeption „Der Leuchtturm an der Blauen Flut“ eine grundlegende Sanierung und Erweiterung des Museums. Mit der geplanten Neueröffnung des Bestandsgebäudes im Jahre 2023 und der folgenden Erweiterung um Flächen im Herzoglichen Marstall wird das Lindenau-Museum Altenburg nicht nur zeitgemäßen Anforderungen an Museumseinrichtungen gerecht werden, sondern auch Lindenaus besonderer Museumskonzeption und den durch eine gezielte Sammlungsstrategie erweiterten Beständen einen angemessenen Rahmen bieten können. Mit einer digitalen Präsentation der Sammlungen und Museumsaktivitäten im Netz sowie einer familienfreundlichen, mehrsprachigen und weitgehend barrierefreien Dauerausstellung will das neue Lindenau-Museum seine Attraktivität als Lernort und Kunstmuseum von Rang weiter ausbauen.
Während der Bauphase wird das Museum ein Interim beziehen und dort nicht nur einen kleinen Teil seiner Bestände zeigen, sondern auch die Angebote der Kunsterziehung und Kunstvermittlung aufrechterhalten.