Restaurierung

Neben dem Sammeln gehört das Bewahren zu den Grundaufgaben von Museen. Längst nicht alle Kunstwerke können ständig ausgestellt werden. Sie werden in Depots bei möglichst optimalen Bedingungen aufbewahrt. Trotzdem kommt es immer wieder zu Schäden an Objekten, weil sie vielleicht an ihren früheren Standorten keine optimalen Bedingungen hatten oder durch Transporte. Um Kunstwerke dauerhaft zu erhalten und ihre ästhetischen und kulturhistorischen Qualitäten für Besucher erlebbar zu machen, sind Restaurierungen unerlässlich.

Im laufenden Etat stehen dem Lindenau-Museum nur sehr wenige Mittel für Restaurierungen zur Verfügung. Deshalb sind wir sehr dankbar, wenn sich Spender finden, die uneigennützig Geld für bestimmte Restaurierungsvorhaben zur Verfügung stellen. Zwischen 2014 und 2016 konnten fast 50 Kunstwerke für annähernd 80.000 Euro mit Spendenmitteln restauriert werden.

Dank der Rudolf-August Oetker-Stiftung konnten zudem zwei Diplomrestauratorinnen eine Gesamtdurchsicht und Zustandsprüfung aller Gemälde durchführen, sodass jetzt eine genaue Übersicht über die dringendsten Restaurierungsvorhaben vorliegt.

Für diese sucht das Lindenau-Museum nach wie vor Restaurierungspaten. Mit Ihrer Unterstützung können wir bedrohte oder nicht ausstellungsfähige Kunstwerke restaurieren, um sie für die Dauerausstellung oder für Wechselausstellungen verfügbar zu machen. Einige vollendete Restaurierungsvorhaben präsentieren wir Ihnen hier.

Spenden können Sie direkt im Museum oder auf folgendes Konto:


Landratsamt Altenburger Land
IBAN: DE93 8305 0200 1111 0044 00
BIC: HELADEF1ALT
Sparkasse Altenburger Land
Verwendungszweck: Restaurierungspate (bitte unbedingt angeben)

Ausstehende Restaurierungsvorhaben

Otto Gussmann (1869–1926)
Blumenstilleben (Schwertlilien) mit Krug, o. J.
Öl auf Leinwand, 77 x 66 cm
Inv.-Nr. 1181
Ankauf 1958
Nötige Maßnahmen: Oberflächenreinigung, Festigung der Malschicht, Retuschieren, Kittung und Festigung des Zierrahmens, Rückseitenreinigung
Kosten: 640 Euro

Ludwig Doell (1789–1863)
Amor und Psyche auf Wolke sitzend, 1820
Öl auf Leinwand, 67 x 50 cm
Inv.-Nr. 1002
Erworben 1864 durch Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg von den Erben Doells
Nötige Maßnahmen: Neben Reinigungsarbeiten sind besonders am Schmuckrahmen Kittungen und Schließungen von Fehlstellen notwendig.
Kosten: 2.594 Euro

Manasse Unger (1802–1868)
Porträt Bernhard von Lindenau
Öl auf Leinwand, 60 x 40 cm
Inv.-Nr. 1086
Ankauf 1949
Nötige Maßnahmen: Oberflächenreinigung, Kittung, Retusche, Stabilisierung und Reinigung des Rahmens.
Kosten: 797 Euro

Ludwig Doell (1789–1863)
Bildnis des Bankiers Gotthold Friedrich Lingke, 1834
Öl auf Leinwand, 69 x 54 cm
Inv.-Nr. 1054
Schenkung von Otto Lingke 1934
Nötige Maßnahmen: Konsolidierung der Malschicht, Abnahme des fleckigen Firnisüberzuges, Festigung der Malschicht, Kittung und Retusche der Fehlstellen, Bearbeitung des Schmuckrahmens, Reinigung und Schließung der Fehlstellen im Gold.
Kosten: 2.641 Euro

Ludwig Doell (1789–1863)
Bildnis Auguste Lingke, geborene Patschke, 1834
Öl auf Leinwand, 69 x 54 cm
Inv.-Nr. 1055
Schenkung von Otto Lingke 1934
Nötige Maßnahmen: Konsolidierung der Malschicht, Abnahme des fleckigen Firnisüberzuges, Festigung der Malschicht, Kittung und Retusche der Fehlstellen, Bearbeitung des Schmuckrahmens, Reinigung und Schließung der Fehlstellen im Gold.
Kosten: 2.498 Euro

Ludwig Doell (1789–1863)
Der Tod Abels, um 1820
Öl auf Leinwand, 150 x 198 cm
Inv.-Nr. 1004
Erworben 1864 durch Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg von den Erben Doells
Nötige Maßnahmen: Reinigung, Festigung der Malschicht, Schließen der Risse, Einsetzen einer Leinwandintarsie, Retuschieren, umfangreiche Arbeiten am Schmuckrahmen.
Kosten: 8.330 Euro

 

Ludwig Doell (1789–1863)
Genius der Künste, um 1841
Öl auf Leinwand, 186 x 124 cm
Inv.-Nr. 1005
Geschenkt 1864 durch Herzog Ernst I. von Sachsen-Altenburg
Nötige Maßnahmen: Reinigung, Festigung der Malschicht, Retuschieren, Stabilisieren, umfangreiche Arbeiten am Schmuckrahmen.
Kosten: 3.046 Euro

 

Ludwig Doell (1789–1863)
Genius der Künste, um 1841
Öl auf Leinwand, 25 x 17 cm
Inv.-Nr. 1079
Ankauf 1940
Nötige Maßnahmen: Reinigung, Festigung der Malschicht, Retuschieren, Stabilisieren, umfangreiche Arbeiten am Schmuckrahmen.
Kosten: 375 Euro

Teilkopie/Replik nach Cristofano (Cristoforo) Allori (Florenz 1577 – 1621 ebenda)
Die hl. Katharina von Siena. 17. Jahrhundert (?)
Öl auf Leinwand
Erworben von Bernhard August von Lindenau
Nötige Maßnahmen: Konsolidierung der Malschicht, Abnahme des fleckigen Firnisüberzuges, Kittung und Retusche der Fehlstellen, Bearbeitung des Schmuckrahmens, Reinigung und Schließung der Fehlstellen im Gold.
Kosten: ca. 3200 Euro

Franz von Lenbach (Schrobenhausen 1836 – 1904 München)
Graf Maximilian Luxburg, München. Um 1870/1875
Öl auf Leinwand
Erworben 1951 im Tausch gegen ein Gemälde von Anton Schöner
Nötige Maßnahmen: Abnahme der Doublierleinwand, Planierung der Originalleinwand, Entfernen von Firnis und Oberflächenschmutz, Festigung der aufstehenden Malschichtbereiche, Kittung und Retusche der Fehlstellen. Am Rahmen: Schließen der Risse, Ergänzen der Fehlstellen, Retusche und Integration der rekonstruierten Ornamente durch eine Goldretusche.
Kosten: ca. 3500 Euro

Unbekannter Berliner Maler des 19. Jahrhunderts
Damenbildnis. Um 1840
Öl auf Leinwand
Erworben 1955 im Tausch beim Kunstsalon Franke, Leipzig
Nötige Maßnahmen: Abnahme des Oberflächenschmutzes und der Firnisschicht, Kittung und Retusche der Fehlstellen, Auftrag eines neuen Naturharzfirnis, Ergänzung der Ornamente am Rahmen, Kittung der Fehlstellen, Retusche mit Blattmetall und Patinierung der Goldretusche.
Kosten: 3.785 Euro

 

Standuhr Rivers & Son
Cornhill, London, um 1810

Ankauf 1969 von Charlotte Olbrich, der Tochter des Kunsthändlers Julius Brauer
Nötige Maßnahmen am Uhrgehäuse: Reinigung der gesamten Oberfläche, Schließen der Spannungsrisse im Deckel des Gehäusekopfes, anschließende Retusche, Festigung der Papierabdeckung der Resonanzöffnungen, Sicherung und Wiederanbringung des Abdeckfrieses hinter der Tür des Gehäusekopfes, der gelösten Profilelemente am Korpus, Sicherung und Niederlegung der gehobenen Furnierbereiche, Ergänzung der fehlenden Furnierbereiche im Sockelbereich des Korpus mit Mahagonisägefurnier und Retusche der ergänzten Bereiche.
Kosten: ca. 1100 Euro

Nötige Maßnahmen am Uhrwerk: In Form bringen der Zähne, Einfügen einer neuen Darmseite, Überarbeiten aller fehlerhaften Triebe und Räder, Rollieren der Wellen sowie die Anfertigung neuer Lagerungen und deren Anpassung von Hand, Anfertigung eines Stahlzeigers für die Schlagwerksabschaltung, Reinigung des Werkes und aller korrosiven Bauteile sowie deren anschließende Konservierung, Justierung von Schlagwerk und Hemmung, Ölen und Fetten aller beweglichen Teile, Einbau des Werkes in das Gehäuse und dessen Feinjustierung.
Kosten: ca. 1250 Euro

 

Portaluhr
Wien, um 1830
Herkunft unbekannt
Nötige Maßnahmen am Uhrgehäuse: Reinigung der Oberfläche des gesamten Korpus, Rekonstruktion der fehlenden Giebelleiste inklusive der Fassung und eines Verschlussdeckels am Tonnenkorpus des Uhrwerkes.
Kosten: ca. 400 Euro
Die optionale Rekonstruktion des Seitenzierrates sowie des Bekrönungsadlers würde die Restaurierungskosten um ca. 700 Euro erhöhen.

Nötige Maßnahmen am Uhrwerk: Überarbeiten aller fehlerhaften Triebe und Räder, Rollieren der Wellen sowie die Anfertigung neuer Lagerungen und deren Anpassung von Hand, Reinigung des Werkes und aller korrosiven Bauteile sowie deren anschließende Konservierung, Justierung von Schlagwerk und Hemmung, Ölen und Fetten aller beweglichen Teile sowie der Einbau des Werkes in das Gehäuse und dessen Feinjustierung.
Kosten: ca. 580 Euro

 

Runder Dreifußtisch
Italien, um 1820
Aus Lindenaus Besitz oder Lindenauschem Familienbesitz (?)
Nötige Maßnahmen: 110 cm Furnierkante (Mahagoni) ergänzen, Brüche der Tischzarge verleimen, Furnierbrüche des Deckfurniers der Zarge leimen, ergänzen und retuschieren, Fehlstellen im Fußbereich und der vorhandenen Umgebung anpassen, Reinigung der Gesamtoberfläche und Rekonstruktion von Fehlstellen der Oberflächenbehandlung (alte Politur), Sicherung der horizontalen Bruchstellen an der Unterseite der Tischplatte.
Kosten: ca. 1200 Euro

 

Dreizehn Galeriehocker
Ende des 19. Jahrhunderts, im Stil von Thonet-Möbeln
Museumsausstattung nach 1876
Nötige Maßnahmen: Rekonstruktion der Sitzfläche aus Rohr mit Deckfaden über den Flechtlöchern (durch einen Korbmacher), Neuverleimung der Konstruktion, Reinigung und Rekonstruktion der Oberflächenbehandlung.
Kosten pro Hocker: 176 Euro
(Restaurierungspaten für drei Hocker bereits gefunden)

 

Konsolschränkchen
Um 1820
Wahrscheinlich schon zur Ausstattung des von Lindenau eingerichteten Pohlhof-Museums gehörig
Nötige Maßnahmen: Fixierung der Bruchstellen und Ergänzung der Fehlstellen der Marmorplatte, Reinigung der Marmorplatte, Analyse der noch vorhandenen Zusammensetzung der Politur, Reinigung der gesamten Möbeloberfläche, Ergänzung der Furnierfehlstellen sowie deren Anpassung an das vorhandene Umfeld (Retusche), Neuaufbau einer Oberflächenpolitur unter Einbeziehung der noch vorhandenen Reste originaler Substanz.
Kosten: ca. 3500 Euro