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Pressemitteilungen

17. Januar 2013
Altenbourg im Dialog I: Martin Disler (1949 – 1996)

Die neue Ausstellungsreihe "Altenbourg im Dialog"
Die neue Ausstellungsreihe setzt Werke von Gerhard Altenbourg in Bezug zu denjenigen anderer Künstler – Anreger, Wahlverwandte, Weggefährten, Zeitgenossen. Auch geistige, innere Bezüge spielen eine Rolle. Die Künstler müssen sich nicht persönlich begegnet sein. So ergeben sich neue und spannende Perspektiven auf die ausgewählten Arbeiten. "Altenbourg im Dialog" lädt dazu ein, sie in einem anderen Kontext und aus einem neuen Blickwinkel heraus zu betrachten.

Altenbourg im Dialog I – Martin Disler (1949–1996)
Den Auftakt der neuen Reihe bilden etwa 30 Druckgraphiken von Martin Disler, der in den 1980er Jahren zu den bekanntesten Schweizer Künstlern seiner Generation zählte. International galt Disler als eine Hauptfigur der expressiven Malerei und als Äquivalent zu den "Neuen Wilden" in Deutschland, wo seine Werke in den vergangenen Jahren kaum gezeigt wurden.
Zu sehen sind Linol- und Holzschnitte, Aquatinta- und Kaltnadelradierungen, insbesondere eine Auswahl aus zwei Zyklen: die "Grande suite" von 1985/86 und die "Vergessenen Rituale" aus dem Jahr 1988. Ein aquarelliertes Selbstbildnis (Kunstmuseum Basel) und eine großformatige Mischtechnik (Kunstmuseum Olten) runden die Präsentation ab. Im Kontrast zu Dislers expressiven Werken steht die Auswahl aus den 100 Kaltnadelradierungen von Gerhard Altenbourgs "Schnepfenthaler Suite" aus dem Bestand des Lindenau-Museums. Eine Besonderheit sind fünf übermalte Radierungen, die in engem Zusammenhang zur "Schnepfenthaler Suite" entstanden. Hinzu kommen originale Druckplatten beider Künstler.
Beide Künstler sind sich nicht persönlich begegnet, und die Ausstellung wird die Kontraste ihrer künstlerischen Herangehensweisen zeigen: Tragen die Blätter bei Martin Disler oft keinen Titel, so sind diejenigen von Altenbourg in poetischer, manchmal auch ironischer oder rätselhafter Weise fast barock betitelt. Sind Dislers Werke expressiv, oft farbig und dicht, so beschränkt sich Altenbourg in der "Schnepfenthaler Suite" auf Umrisslinien. Große Formate des Schweizer Künstlers stehen kleinen des Altenburgers gegenüber.
Trotz aller Gegensätzlichkeiten gibt es Gemeinsamkeiten zwischen Disler und Altenbourg: Beide liebten die Literatur, schufen Künstlerbücher und interessierten sich für die Darstellung des Menschen, das Figürliche, zwischenmenschliche Beziehungen, Erotik und Sexualität. Beide Künstler beschäftigten existenzielle Probleme, gesellschaftliche Themen sowie Bereiche der Psychologie.
Die Präsentation eröffnet spannende und neue Perspektiven auf das Werk von Altenbourg und Disler. Zudem ist es ein Anliegen der Ausstellung, das Werk des bedeutenden Schweizer Künstlers gerade auch in Ostdeutschland bekannt zu machen.
Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Cabinet d'arts graphiques du Musée d'art et d'histoire in Genf. Weitere Leihgaben kommen aus dem Kunstmuseum Basel, dem Kunstmuseum Olten, der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel und von einem privaten Leihgeber in Berlin.
Für 2015 ist eine Gerhard-Altenbourg-Ausstellung in Genf geplant.

Faltblatt zur Ausstellung

2. Juli 2012
Dr. Julia M. Nauhaus ist die neue Direktorin des Lindenau-Museums
Foto: Jens Paul Taubert
Am 30. Juni 2012 hat die langjährige Direktorin des Lindenau-Museums Altenburg, Jutta Penndorf, ihren Dienst nach 31 Jahren beendet. Die Kunsthistorikerin und Germanistin Dr. Julia M. Nauhaus hat am 1. Juli 2012 die Leitung des Museums übernommen.
Dr. Julia M. Nauhaus stammt aus Zwickau/Sachsen und studierte Germanistik und Kunstgeschichte in Würzburg und Padua. 2002 promovierte sie in Freiburg im Breisgau mit der Dissertation "Erhart Kästners Phantasiekabinett. Variationen über Kunst und Künstler". Nach verschiedenen Praktika im Museums- und Archivbereich absolvierte sie von 2004-2006 ihr wissenschaftliches Volontariat am Städtischen Museum Braunschweig. Im Anschluss erarbeitet sie in einem von der Stiftung Niedersachsen geförderten Projekt einen Bestandskatalog der mehr als 2000 Gemälde umfassenden Sammlung des Städtischen Museums und betreute die Herausgabe eines Aufsatzbandes über die Geschichte der städtischen Gemäldesammlung. 2007/2008 nahm sie an der Weiterbildung "Museumsmanagement" der Freien Universität Berlin teil, 2007 an einem Workshop der Museumsakademie Joanneum in Amsterdam zum Thema Ausstellungsgestaltung.
Seit 2009 war Dr. Julia M. Nauhaus als Kustodin für die Sammlungsbereiche Malerei, Graphik und Skulptur verantwortlich und konzipierte die neue Gemälde- und Skulpturengalerie im Ende Juni 2012 wiedereröffneten Städtischen Museum Braunschweig. Von Julia M. Nauhaus erschienen zahlreiche Aufsätze und Bücher zu Themen der Kunst-, Literatur- und Musikgeschichte vornehmlich des 19. Jahrhunderts.