Das Lindenau-Museum Altenburg

Louise Seidler, Bernhard von Lindenau. 1811Der Name des Museums verweist auf seinen Stifter, den bedeutenden sächsisch-thüringischen Staatsmann, Gelehrten und Kunstsammler der Goethe-Zeit, Bernhard August von Lindenau (geb. 1779, gest. 1854 in Altenburg). Die von ihm erworbenen vier wertvollen Sammlungen bilden den Grundstock des Hauses: voran die 180 frühitalienischen Tafelbilder, sodann antike Keramiken des 7. bis 2. Jh. v. Chr., ferner Abgüsse von Statuen der Antike und der Renaissance sowie die Kunstbibliothek. Im ersten, 1848 eröffneten Museum auf dem Pohlhof, dem Geburtsort Lindenaus, befand sich auch eine Kunstschule. Der universal gebildete Lindenau verfocht die Ideale der Aufklärung und verstand das Museum vornehmlich als Bildungsinstitution. Durch testamentarische Verfügung blieben die dem Herzogtum Sachsen-Altenburg gestifteten Kunstsammlungen unveräußerlich und an die Stadt Altenburg gebunden. 1876 konnte am Schloßpark ein repräsentativer Museumsneubau eröffnet werden. Nach dem 2. Weltkrieg wurden die Bestände neu geordnet, die historischen Sammlungen wissenschaftlich erschlossen und neue Schwerpunkte gesetzt. Das Museum erfuhr Erweiterung durch eine Graphische Sammlung. Neben Aspekten europäischer Kunstgeschichte des 17. bis 19. Jahrhunderts reicht der Spannungsbogen bei der deutschen Malerei des 20. Jahrhunderts von expressionistischen und sachlichen Tendenzen der 20er Jahre bis zu vielfältigen Strömungen in der DDR entstandener und gegenwärtiger Kunst. Die Graphische Sammlung verfügt über einen beachtlichen Bestand an Druckgraphiken und Zeichungen vorwiegend des 20. Jahrhunderts. Seit den 70er Jahren setzt das Studio Bildende Kunst im Lindenau-Museum die Tradition der Lindenauschen Malschule fort. Wissenschaftliche Projekte des Museums stehen in konkretem Zusammenhang mit den Sammlungen und den Ausstellungen und wollen darüber hinaus zur kunsthistorischen Forschung beitragen (z.B. Verzeichnis druckgraphischer Mappenwerke der 20er Jahre, Altarrekonstruktion zu Guido da Siena, Werkverzeichnisse u.a. zu Peter August Böckstiegel und Carlfriedrich Claus). Eine anspruchsvolle Ausstellungstätigkeit zeugt von ausdrücklichem Engagement für die Gegenwartskunst. Von besonderem Interesse sind Projekte junger Künstler, die Bezug nehmen auf die Sammlungen des Hauses. Zudem werden in Sonderausstellungen die Bestände des Hauses, insbesonders die der Graphischen Sammlung, unter verschiedenen Blickwinkeln gezeigt.

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