Altenburg
Wie Weimar war Altenburg eine der vielen kleinen Thüringer Residenzstädte. Hier ist zu Beginn des 19. Jahrhunderts von Männern europäischen Formats, unter ihnen der Kanzler Leopold von der Gabelentz und der Verleger Friedrich Arnold Brockhaus, der Deutschen liebstes Kartenspiel, der Skat, entwickelt worden. Es machte die 1000jährige Stadt, einst Kaiserpfalz und Reichsstadt, bekannter als es ihr vergangener Ruhm vermocht hätte - oder gar ein Kunstmuseum, auch wenn es über eine der größten Sammlungen früher italienischer Malerei außerhalb des Ursprungslandes verfügt.
Die 976 zum ersten Mal urkundlich erwähnte Stadt gewann im 12. Jahrhundert unter Friedrich I. Barbarossa, der die Marienkirche des Bergerklosters weihte („Rote Spitzen“, das Wahrzeichen der Stadt) an Bedeutung. Seit dem 14. Jahrhundert war das Schloß zeitweiliger Sitz wettinischer Fürsten, die das Altenburger Land bis 1918 regierten. Zwischen 1672 und 1826 gehörte die Stadt dem Hause Sachsen-Gotha-Altenburg an, danach dem Herzogtum Sachsen-Altenburg, nach 1920 dem Land Thüringen. 1945 wurde sie von Amerikanern besetzt, wenige Monate später von Russen. In der DDR wurde das im äußersten Osten Thüringens gelegene Altenburg dem Bezirk Leipzig zugeteilt.
Die im Krieg unzerstört gebliebene schöne Stadt, deren historisches Zentrum noch die mittelalterlichen Strukturen aufweist, gehört seit 1990 wieder zum Freistaat Thüringen. 1994 erhielt sie den Status einer großen kreisangehörigen Stadt. Die Lage im Dreiländereck Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und die Nähe zu prosperierenden Regionen bietet Chancen für die Entwicklung des Landkreises Altenburger Land. Doch mit der De-Industrialisierung (Braunkohlen- und Uranbergbau, Industrie, viele Fabriken auch im Stadtgebiet) stieg die Arbeitslosigkeit in der Stadt nach 2002 zunächst auf über 24%. Die Einwohnerzahl sank von rund 56.000 in den achtziger Jahren auf 38.200 im Jahr 2004, obwohl in den neunziger Jahren zahlreiche Ortschaften der Umgebung eingemeindet wurden. Jährlich wandern ca. 1000 Personen aus, insbesondere junge Leute. Die Region Ostthüringen hat die höchste Überalterungsrate in Deutschland. Nur 2,0 % der Altenburger Bevölkerung sind Ausländer.