Vollständige Zerstörung des Beitrags von Ivan Kafka zur Ausstellung „Altenburg: Provinz in Europa“
In der Nacht vom 23. zum 24. Oktober 2007 wurde Ivan Kafkas Installation „Vier Möglichkeiten von Wind und Stille“ aus dem Zyklus "Räume der Freiheit" im Schloßpark zerstört. In der Zeit nach der Ausstellungseröffnung waren bereits mehrmals Stahlstangen umgebogen oder herausgezogen worden. Windsäcke wurden beschädigt oder entwendet.
Am Samstag, dem 20. Oktober hatten Förderer und Freunde des Lindenau-Museums etliche Stangen gerichtet und wieder aufgestellt. Am Ende standen 93 von den ursprünglich 100 Stangen. Durch diese Aktion eines bürgerschaftlichen Engagements fühlten sich die Täter offenbar provoziert und richteten in der Nacht zum 23. Oktober innerhalb einer halben Stunde ein vollkommenes Desaster an: Sie zerstörten 80 Stangen, die noch verbliebenen 13 stehen an der erleuchteten Straße und an einer entlegenen Stelle im Park, die die Vandalen offenbar übersehen haben.
Wir gehen davon aus, daß es sich um eine organisierte Tat einer Gruppe von Kriminellen handelt und nicht, wie man bei den vorherigen Beschädigungen vermuten konnte, um einen „Gelegenheitsvandalismus“ einzelner alkoholisierter oder sonstwie ihrer Sinne beraubter Kraftprotze.
Inzwischen ermittelt die Kriminalpolizei und nach einer bereits am Morgen nach der Tat von der Polizei herausgegebenen dpa-Mitteilung berichteten Presse, Funk und Fernsehen. Bürger Altenburgs bekundeten ihr Entsetzen und ihre Beschämung. Allerdings meldeten sich im Forum der Website www.ABG-NET.de auch einzelne anonyme Verteidiger des Zerstörungswerks.
Die Akademie der Künste Berlin, deren Mitglied Ivan Kafka ist, und der Förderkreis des Lindenau-Museums haben Stellungnahmen abgegeben.
Der Künstler, der aus familiären Gründen Prag zur Zeit nicht verlassen kann, zeigte sich bestürzt und wies darauf hin, daß er dieses Werk bereits in sieben europäischen Ländern in vergleichbarer Form realisiert hat, wobei es niemals zu derartigen Angriffen gekommen ist. >>>
