<<<
Von privater Seite kam das Angebot, die Hälfte der Kosten für eine Wiederherstellung des Werks zu übernehmen. Wir haben ausführlich darüber diskutiert, ob es sinnvoll ist, die Stangen wieder aufzurichten. Schließlich könnte, wenn das Museum nachgibt, der Eindruck entstehen, wir wichen vor dem Pöbel zurück. Trotzdem haben wir gemeinsam mit dem Künstler entschieden, die Installation nicht wieder aufzubauen. Wollten wir uns fortan nicht auf einen Wettlauf mit den Altenburger Kunstfeinden einlassen, müßte die Arbeit permanent bewacht werden. Das ist angesichts ihrer Ausdehnung nicht nur schwierig und kostenintensiv sondern es würde letztlich den „Kriegszustand“, den die Gegner ausgerufen haben, nur befestigen.
Wenn es in einer Stadt wie Altenburg, die sich auf ihre Kultur und Geschichte zu recht beruft, nicht möglich ist, ein poetisches, freiheitliches und die Schönheit des Parks auf eigene Weise interpretierendes Kunstwerk im öffentlichen Raum zu zeigen, so müssen wir das wohl leidvoll akzeptieren. Es ist letztlich eine traurige Lehre aus dem Projekt „Altenburg: Provinz in Europa“. Eine Dokumentation des Verlustes und einige Relikte der Gewalt werden nun in die Ausstellung im Lindenau-Museum einbezogen.
