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Der Fotograf Ulrich Wüst, der durch seine analytisch-atmosphärischen Bilder urbaner Räume bekanntgeworden ist, hat eine Suite von 150 kleinformatigen schwarz-weißen Fotografien aufgenommen, die Altenburg in allen seinen Facetten zeigen und Aymeric Fouquez fotografierte in den rekultivierten Tagebaulandschaften der Umgebung.
Olaf Nicolai wird eine Plakataktion im Austausch mit London machen und solcherart den Ort Altenburg zur europäischen Kulturmetropole erheben, und Andreas Ullrich thematisiert auf denkbar deutliche Weise die prekäre Lage der veranstaltenden Institution: des Lindenau-Museums als einem „Leuchtturm“ mitteleuropäischer Kunst und Kulturgeschichte, der nicht abgeschaltet werden darf.
Das Kollektiv niko.31 wird die Altenburger Bevölkerung einladen, sich an einer Bingo-Lotterie um ein prominentes Grundstück zu beteiligen, und Markus Raetz ein Beispiel dafür geben, daß die oft geschmähte „Kunst im öffentlichen Raum“ zugleich spielerisch, intelligent und die Wahrnehmung dieses Raumes bereichernd sein kann. Ganz in diesem Sinn wird Ivan Kafka im das Museum umgebenden Park eine skulpturale Installation aufbauen, die Natur, Technik und Kunst zusammenführt.
Zur Eröffnung wird Biennale-Teilnehmer Dan Perjovschi das Foyer des Museums mit seinen Grafitti versehen: Abbreviaturen des Zustandes der Welt.
Ein Prolog zur Ausstellung wird in einer „Wunderkammer“ historische Stadtdarstellungen, Historienbilder, Dokumente, Altenburgica und andere materielle Zeugnisse aus Geschichte und Gegenwart versammeln.
Die Ausstellung versteht sich als ein visueller Essay, der – diesseits und jenseits des Altenburger Weichbildes – dem Betrachter sehr unterschiedliche künstlerische Reflexionen über die „Provinz“ im europäischen Zusammenhang präsentiert. Frei nach Robert Rehfeldt: „Wir senden Ihnen Gedanken. Denken Sie sie weiter!“
