Antike Keramik

Ostgriechische Halsamphora, Fikelluragattung, namensgebendes Werk des sogenannten Altenburg-Malers, um 550 v.Chr. (Detail)

Attische schwarzfigurige Halsamphora, dem sogenannten Antimenes-Maler zugeschrieben, um 510 v.Chr. (Detail)

Attischer rotfiguriger Eulenskyphos, um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. und etruskischer pseudo-rotfiguriger Skyphos, Ende des 5. bis Anfang des 4. Jahrhunderts v. Chr.

Apulische rotfigurige Oinochoe, Maler Vatikan V2, zweites Viertel des 4. Jahrhunderts v. Chr. (Detail)

Etruskischer rotfiguriger Stamnos, nach der Mitte des 4. Jahrhunderts v. Chr. (Detail)

Reichlich zweihundert der ca. 400 Stücke umfassenden Sammlung der Tongefäße aus dem siebten bis dritten vorchristlichen Jahrhundert sind heute in der Vasensammlung des Lindenau-Museums ausgestellt. Als "Vase" bezeichnen die Archäologen antike Feinkeramik, die zu den verschiedensten Anlässen im Alltag und im Kult verwendet wurde: als festliches Trinkgeschirr, als Preis für einen Sieg im Wettkampf, als Weihgabe für die Götter im Tempel oder als Grabbeigabe. Kunstvoll bemalte Vasen aus Athen, Korinth und anderen griechischen Siedlungsgebieten waren auch Handelsware und kamen als begehrte Importe nach Etrurien (Mittelitalien), wo sie den Bewohnern zusammen mit Gefäßen aus eigener Produktion als luxuriöse Grabausstattung dienten.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurden diese Gefäße zu Tausenden in Italien ausgegraben und gelangten in den Kunsthandel. Dort hat auch Emil Braun, der Erste Sekretär des Deutschen Archäologischen Institutes in Rom, die Altenburger Kollektion im Auftrag von Bernhard August von Lindenau zusammengetragen. Die formenreiche antike Keramik gibt dem heutigen Betrachter durch die vielen Motive ihrer Bemalung einen Einblick in das Leben und die Mythologie der alten Griechen und ihrer Zeitgenossen.

Abguss-Sammlung

Blick in die Abgusssammlung im Interim in der Kunstgasse 1

Perseus tötet die Medusa, Gipsabguss der Kalkstein-Metope vom Tempel C in Selinunt, die um 520 v. Chr. entstanden ist (Detail).

Sterbender Krieger (Laomedon), Gipsabguss einer Giebelskulptur aus parischem Marmor vom Athena-Aphaia-Tempel auf Ägina, die zwischen 490 und 480 v. Chr. entstanden ist.

Festordner und Reiter, Gipsabgüsse von zwei Friesplatten aus pentelischem Marmor vom Parthenon auf der Akropolis in Athen, die zwischen 443-438 v.Chr. entstanden sind.

Fast siebzig Abgüsse nach Plastiken, Reliefs und Relieffriesen umfasst heute die Gipsabgußsammlung im linken Flügel der ersten Etage des Museums. Sie spiegelt in ihrer Zusammenstellung "die eigene Vorliebe für alt-griechisch-mediceisch-italienische Kunst" des Sammlers Bernhard August von Lindenau und seine Überzeugung wider, "dass die Leistungen jener beiden Epochen noch jetzt das Höchste und Schönste sind, was wir für Kunst besitzen, und dass nur auf den Grund einer vertrauten Bekanntschaft mit jenen Vorbildern eine höhere Kunstbildung gelingen kann". Ergänzt werden die Abgüsse nach Meisterwerken der Antike und der italienischen Renaissance durch Beispiele ägyptischer und vorderasiatischer Kunst und "zur Vergleichung alter und neuer Kunst ... auch (durch) einige neuere Abgüsse" (Klassizismus).

Natürlich vermitteln die meist weißen Abgüsse nicht den besonderen Reiz der originalen Oberflächen, seien sie nun aus Bronze, Holz, farbigem Stein oder hellem Marmor. Sie bieten aber die Möglichkeit, einige der herausragendsten Plastiken aus fast 5000 Jahren Kunstgeschichte, die in den großen Sammlungen der Welt verstreut sind, in Originalgröße und in einem Raum konzentriert betrachten zu können. Außerdem sind die Gipse heute wie vor 150 Jahren immer präsente, beliebte Zeichenmodelle.

Zitate aus dem "Vorwort des Sammlers" (B. A. v. Lindenau) in "Beschreibung der im neuen Mittelgebäude des Pohlhofs befindlichen Kunst-Gegenstaende", Altenburg/Leipzig 1848/52.

Highlights der Antikensammlung