2023

4. Mai bis 30. Juli 2023: Kirchner, Pechstein, Werefkin – Meisterwerke aus der Sammlung Peltzer

Ernst Ludwig Kirchner, Stillleben mit Gemüsetopf, um 1910, Rückseite von „Schlangenmensch“ (1921)

Im Sommer 2021 konnte die Sammlung der Moderne am Lindenau-Museum Altenburg einen der bedeutendsten Zuwächse der vergangenen Jahre verzeichnen: Mit der Sammlung Felix und Herlinde Peltzer gelangten rund 300 Gemälde und Zeichnungen aus der Zeit der Klassischen Moderne als Dauerleihgabe in den Bestand des Kunstmuseums. Unter den Exponaten befinden sich Werke einiger der namhaftesten Künstlerinnen und Künstler aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts – darunter auch die Meister der expressionistischen Künstlervereinigung „Die Brücke“: Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Otto Mueller, Karl Schmitt-Rottluff und Max Pechstein. Sie alle gelten heute als Klassiker der modernen Malerei.

Zusammen mit Werken von Marianne von Werefkin, Maria Caspar-Filser, Adolf Hoelzel, Carl Hofer, Rudolf Levy und Heinrich Nauen, die mitunter erst in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus der Öffentlichkeit geraten sind, werden sie in einer umfangreichen Werkschau im Prinzenpalais des Residenzschlosses vorgestellt. Ergänzt werden sie durch Arbeiten von Jean Lurcat und Jules Pascin, die der französischen Moderne zuzuordnen sind.

Die Besucherinnen und Besucher erwartet eine Ausstellung, die die verschiedenen Spielformen, Themen und Motive der frühen Malerei der Moderne widerspiegelt. Ihre Popularität ist bis heute ungebrochen.

Zur Ausstellung erscheint eine wissenschaftliche Publikation.

Donnerstag, 4. Mai 2023, 18 Uhr
Ausstellungseröffnung: Kirchner, Pechstein, Werefkin – Meisterwerke aus der Sammlung Peltzer
im Bachsaal des Residenzschlosses Altenburg
Eintritt frei

Ort: Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg --- Schloss 2-4, 04600, Altenburg

27. April bis 30. Juli 2023: Menschenleben. Jüdische Künstlerinnen und Künstler in der Sammlung des Lindenau-Museums Altenburg

Eugene Spiro, o. T., um 1919 © VG Bild-Kunst, Bonn 2023

Unter insgesamt 386 Einzel- sowie 134 Sammelmappen findet sich im Bestand der Grafischen Sammlung des Lindenau-Museums Altenburg ein kleiner, in seiner Qualität beachtlicher Teil an Arbeiten von jüdischen Künstlerinnen und Künstlern. An der KUNSTWAND im Interim des Lindenau-Museums in der Kunstgasse 1 werden exemplarisch 16 druckgrafische Arbeiten präsentiert. Die Werke spiegeln gesellschaftliche Meinungen, politische Interessen, persönliche Sorgen und den Wunsch nach Zerstreuung in einer gesellschaftlich und politisch ambivalenten Zeit wider.

Unter den gezeigten Blättern befinden sich Grafiken von Max Liebermann, Erna Pinner, Louis Marcoussis oder Ludwig Meidner. Obwohl die Lebenswege dieser Menschen ganz unterschiedlich verliefen, erfuhren alle durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 und den wachsenden Antisemitismus eine brutale Richtungsänderung. Einige Künstler wurden in den Konzentrationslagern ermordet. Was bleibt, sind ihre Arbeiten: Porträts, Landschaften oder Illustrationen, in denen stets individuelle künstlerische Handschriften, aber auch persönliche Glaubensbekenntnisse zum Ausdruck kommen.

Donnerstag, 27. April 2023, 18 Uhr
Eröffnung: Menschenleben. Jüdische Künstlerinnen und Künstler in der Sammlung des Lindenau-Museums Altenburg
im Lindenau-Museum in der Kunstgasse 1
Eintritt frei

Ort: Lindenau-Museum Kunstgasse 1 --- Kunstgasse 1, 04600, Altenburg

2. April bis 23. April 2023: Gekommen, um zu bleiben – Neuerwerbungen des Lindenau-Museums Altenburg aus den Jahren 2019 bis 2022

Ingo Kirchner, Engel, 1966 © VG Bild-Kunst, Bonn 2023

Eine der zentralen Aufgaben eines Kunstmuseums ist die ständige Erweiterung der eigenen Sammlung. Trotz eines nur sehr schmalen Ankaufsetats wächst auch am Lindenau-Museum Altenburg der Bestand an Exponaten durch Ankäufe, Schenkungen und Dauerleihgaben ständig. Dies ist insbesondere der Unterstützung durch den Freistaat Thüringen, dem Förderkreis „Freunde des Lindenau-Museums“ e. V. sowie der gezielten Zusammenarbeit des Museums mit Künstlerinnen und Künstlern zu verdanken, die dem bedeutenden Kunstmuseum gerne ausgewählte Werke als Schenkung überlassen. So konnten in den letzten Jahren bedeutende Zuwächse verzeichnet werden – auch während der Corona-Pandemie.

Im Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg wird eine Auswahl der hinzugewonnenen Kunstwerke nun erstmals der Öffentlichkeit im Rahmen einer eigenen Ausstellung präsentiert. Unter den ausgestellten Arbeiten befinden sich u. a. Werke von Michael Goller, Dieter Goltzsche, Ingo Kirchner, Gerda Lepke, Horst Peter Meyer, Gerhard Kurt Müller und Peter Schnürpel. Die Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler bieten damit ein Panorama zeitgenössischer Kunst aus dem deutschsprachigen Raum. Zugleich führen sie in mehrerlei Hinsicht die Sammlungstradition des Lindenau-Museums fort, befinden sich doch bereits zahlreiche Werke von ihnen im Bestand des Museums.

Ein weiteres Ausstellungshighlight wird zudem die italienische Tafelmalerei einer „Madonna mit Kind“ aus der Hochrenaissance sein, die die bedeutsame Sammlung an Tafelgemälden am Lindenau-Museum ergänzt.

Sonntag, 2. April 2023, 15 Uhr
Ausstellungseröffnung: Gekommen, um zu bleiben – Neuerwerbungen des Lindenau-Museum Altenburg in den Jahren 2019 bis 2022
im Bachsaal des Residenzschlosses Altenburg
Eintritt frei

Ort: Prinzenpalais des Residenzschlosses Altenburg --- Schloss 2-4, 04600, Altenburg

23. Februar bis 19. März 2023: Die Neue Remise – Gedankenspiele für einen Depotneubau der Altenburger Museen

Entwurfszeichnung der neuen Remise des Preisträgers Robert Anton (Bauhaus-Universität Weimar)

Die 12. Auflage des bundesweiten studentischen Architekturwettbewerbs „Messeakademie“ wurde 2022 in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) realisiert. Unter dem Motto „Entwerfen im historischen Umfeld. Altbau. Umbau. Neubau“ standen Nutzungskonzepte für erhaltenswerte historische Objekte im Fokus. In diesem Zusammenhang richtete sich seitens des vorschlagenden Thüringer Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie das Thüringer Augenmerk auf einen möglichen Wiederaufbau des Schönhauses am Schlossberg und einen Depotneubau in Verbindung mit der Sanierung des Herzoglichen Marstalls.

Die Ursprünge des Wettbewerbs zum Schönhaus und zum Herzoglichen Marstall liegen im 2017 vorgelegten Masterplan „Der Leuchtturm an der Blauen Flut“, der nicht nur die umfangreiche Sanierung des Lindenau-Museums vorsieht, sondern auch die Erweiterung um den Marstall. Zwischen den beiden Häusern befinden sich die Überreste des vormaligen Schönhauses, das nun ebenfalls in die Überlegungen zur Entwicklung des Schlossberges einbezogen wird.

Sollte es möglich sein, ein gemeinsames Depot für Schloss und Lindenau-Museum zu denken, könnte dem Neubau der Remise als Werkstatt und Depot ein großer Stellenwert zukommen. Gesucht wurden realisierungsfähige denkmalgerechte Konzepte für einen zukünftigen Depot- und Werkstattneubau. Bei der Ruine Schönhaus war ebenfalls ein moderner Neubau unter Einbeziehung der historischen Relikte erwünscht.

Für die „Neue Remise“ und das Schönhaus wurden 18 Entwürfe eingereicht. Im Rahmen der Ausstellung im Lichthof des Lindenau-Museums Kunstgasse 1 laden sie zur Diskussion ein.

Donnerstag, 23. Februar 2023, 18 Uhr
Ausstellungseröffnung: Die neue Remise – Gedankenspiele für einen Depotneubau der Altenburger Museen
im Lichthof des Lindenau-Museums in der Kunstgasse 1
Eintritt frei

Ort: Lindenau-Museum Kunstgasse 1 | Lichthof --- Kunstgasse 1, 04600, Altenburg

2. Februar bis 23. April 2023: Peter Schnürpel und die SAMSTAGSZEICHNER – studioKurse an der KUNSTWAND

Alf Stolze, o. T., 2022

Zukünftig wird sich das studio im Lindenau-Museum Altenburg einmal jährlich an der KUNSTWAND präsentieren. Besucher:innen bekommen Einblicke in die Kurse der traditionsreichen Kunstschule. Man begegnet Werken und Arbeitsweisen der Teilnehmenden und Dozent:innen. Den Anfang machen die „Samstagszeichner“ unter der Anleitung von Peter Schnürpel. In monatlichen Treffen widmen sie sich gemeinsam zeichnerischen und grafischen Aufgaben und besprechen mitgebrachte freie Arbeiten. Sie begeben sich damit auf die Suche nach dem eigenen Ausdruck und integrieren Feedback als wichtigen Teil des künstlerischen Prozesses.

In der Dauerausstellung im Interim des Lindenau-Museums stellt die KUNSTWAND eine Möglichkeit für Präsentationen bestimmter Werke aus den Sammlungen dar, sie soll aber auch andere relevante Themen der Museumsarbeit wie Provenienzforschung, Restaurierung oder die Arbeit des studios in den Fokus rücken.

Donnerstag, 2. Februar 2023, 17 Uhr
Eröffnung: Peter Schnürpel und die SAMSTAGSZEICHNER – studioKurse an der KUNSTWAND
im Lindenau-Museum in der Kunstgasse 1
Eintritt frei

Ort: Lindenau-Museum Kunstgasse 1 --- Kunstgasse 1, 04600, Altenburg

14. Oktober 2022 bis 29. Januar 2023: Elf Frauen. Mappenwerke von Künstlerinnen aus der Grafischen Sammlung des Lindenau-Museums

Jacoba van Heemskerck, Komposition (Fjord), um 1916, Lindenau-Museum Altenburg

Die Grafische Sammlung des Lindenau-Museums beinhaltet überwiegend Werke von Künstlern. In den 1920er- und 1930er-Jahren, in der die Arbeiten entstanden sind, waren es vor allem Männer, die sich in den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg künstlerisch mit den sozialen und politischen Gegebenheiten der Gesellschaft auseinandersetzten. Während der Weimarer Republik wandelte sich die Rolle der Frau: Nicht nur Gleichberechtigung und sexuelle Identität bekamen einen höheren Stellenwert, sondern auch soziopolitischer und kultureller Fortschritt bedingten die Emanzipation. Doch die „Neue Frauen“ traten nicht nur als weibliche Angestellte in Erscheinung. Auch in der Kunst suchten sie nach Wegen und Formen, sich auszudrücken und ihre Gedanken und Gefühle im Bild festzuhalten. Einige von ihnen setzten sich selbstbewusst über die Zwänge der Gesellschaft sowie die künstlerischen Lehren der männlichen Kollegen hinweg und fanden mit Form- und Farbexperimenten ihre eigene Bildsprache.

Unter den gezeigten Mappenwerken finden sich Arbeiten von Else Hertzer, Charlotte Berend-Corinth, Else Weißbach-Zehn, Erna Pinner, Jacoba van Heemskerck, Johanna Hirsch, Lilly Steiner, Martha Schrag, Paula Wimmer, Martel Schwichtenberg und Rachel Szalit-Marcus, die auf eindringliche Weise ihre Perspektiven auf die Welt, in der sie lebten festhielten. Dabei haben viele der Blätter in impressionistischer und expressionistischer Formensprache einen beeindruckend zeitlosen Charakter. Neben grafischen und realistischen Natur- oder Großstadtdarstellungen, Porträts sowie fantasievollen Buchillustrationen finden sich auch visuelle Anklagen – Bilder, die ungeschönt und direkt die Nöte und Sorgen aber auch die Errungenschaften und weiblichen Kräfte der Zeit widerspiegeln.

Als Begleitprogramm finden folgende Veranstaltungen statt:

Sonntag, 20. November 2022, 14–17 Uhr
Offene Familien-Werkstatt: Elf Trikots für eine Fußballmannschaft – Textildruck
für Kinder ab fünf Jahren mit Erwachsenen
Kosten: 5€/3€ Erwachsene/Kinder
Ort: Lindenau-Museum Kunstgasse 1 | studio

Donnerstag, 8. Dezember 2022, 18.30 Uhr
Feierabendführung: Zeitlos modern – Grafische Arbeiten und Illustrationen von Künstlerinnen in der Sammlung des Lindenau-Museums Altenburg
mit Kunstwissenschaftlerin Karoline Schmidt
Eintritt frei
Ort: Lindenau-Museum Kunstgasse 1

Ort: Lindenau-Museum Kunstgasse 1 --- Kunstgasse 1, 04600, Altenburg