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Mitglied der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK), einem Verband der national bedeutsamen Kultureinrichtungen im Osten Deutschlands

19. März bis 9. Juni 2017

Im Chaos unserer Zeit
Menschen im Werk von Conrad Felixmüller

Conrad Felixmueller, Menschen ueber der WeltConrad Felixmüller (1897–1977) war einer der schärfsten Beobachter im 20. Jahrhundert. Wie kaum ein Zweiter rückte der Dresdner Künstler den Menschen in den Mittelpunkt seines vielfältigen Schaffens. Vom Krieg gebrochene Soldaten, Arbeiter in ihren Fabriken, eng aneinandergeschmiegte Liebespaare: Selten kommt der Betrachter dem Glück, Leid und Alltag der Menschen so nahe wie auf Felixmüllers Bildern. Daneben stehen ausdrucksvolle Porträts seiner Familie und seiner Künstlerfreunde.

Felixmüller galt als Wunderkind. Beeinflusst von den „Brücke“-Malern und dem Kubismus prägte der politisch engagierte Künstler in den 1920er Jahren den Stil der Neuen Sachlichkeit. Während der Diktatur der Nationalsozialisten waren seine Werke verschmäht, doch konnte sich Felixmüller mit Hilfe von Sammlern wie dem späteren Direktor des Lindenau-Museums, Hanns-Conon von der Gabelentz, über Wasser halten. Ihm ist es auch zu verdanken, dass der Künstler nach dem Krieg wieder Beachtung fand und ein immenses Spätwerk hinterlassen konnte.

Das Oeuvre Conrad Felixmüllers bildet einen Sammlungsschwerpunkt des Lindenau-Museums. Herausragende Gemälde aus dem Frühwerk werden nun erstmals seit 20 Jahren zusammen mit Zeichnungen, Grafiken und Werken aus der Sammlung Gabelentz in Altenburg gezeigt. Im Zentrum der Bilder steht der zweifelnde, hoffende, an sein Leben sich klammernde Mensch.

Die Ausstellung steht im Andenken an Hanns-Conon von der Gabelentz (1892–1977), dessen Geburtstag sich am 10. November 2017 zum 125. Male jährt. Nach dem Zweiten Weltkrieg führte er das Lindenau-Museum Altenburg bis 1969 als Direktor in unruhigen Zeiten mit Umsicht einer besseren Zukunft entgegen.

Faltblatt mit Begleitprogramm
1. März bis 11. Juni 2017

SACRI MONTI
Fotografien von Bertram Kober

Sacri Monti - Bertram Kober

Sacri Monti, heilige Berge, sind Kapellen und andere mit figürlichen Darstellungen inszenierte Wallfahrtsorte im Norden Italiens. Neun von ihnen zählen seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe: Belmonte, Crea, Domodossola, Ghiffa, Oropa, Orta und Varallo im Piemont sowie Ossuccio und
Varese in der Lombardei. Die Sacri Monti entstanden zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert, als die traditionellen Pilgerstätten im Heiligen Land und in Europa durch Kriege und materielle Hindernisse schwer erreichbar geworden waren.

Die Darstellungen der Szenen aus dem Leben Christi und der Heiligen, die meist von unbekannten Künstlern geschaffen wurden, gaben den Gläubigen die Möglichkeit, zentrale Inhalte des Christentums auf anschaulichste Weise nachzuvollziehen. Neue Pilgerorte entstanden. Die überaus ausdrucksvoll gestalteten Figurengruppen sind hervorragende Zeugnisse des europäischen Manierismus.

In seinen einfühlsamen fotografischen Studien verleiht Bertram Kober den Akteuren der Sacri Monti neues Leben. Er macht die Melancholie der vom Zahn der Zeit bedrohten Figuren-Ensembles spürbar und tritt gemeinsam mit dem Betrachter ein in den Zauberkreis der in das Heilsgeschehen gebannten Figuren aus einer vergangenen Zeit.

Faltblatt mit Begleitprogramm